Ratgeber für Einsteiger · Das Deck
Wie viele Karten hat ein Tarot? Die 78 Karten und ihr Aufbau
Du packst ein neues Deck aus, zählst die Karten und fragst dich, ob alle da sind. Oder du möchtest einfach verstehen, was du da in den Händen hältst, bevor du zum ersten Mal legst. Hier ist die komplette Landkarte des Tarot, ohne Fachchinesisch erklärt.
Kurz gesagt: Ein Tarot-Deck hat 78 Karten: 22 Große Arkana und 56 Kleine Arkana. Die Großen Arkana, nummeriert von 0 bis XXI, erzählen von den großen Lebensphasen und Lektionen. Die Kleinen Arkana verteilen sich auf vier Farben (Stäbe, Kelche, Schwerter und Münzen) mit je 14 Karten: zehn Zahlenkarten vom Ass bis zur Zehn und vier Hofkarten. Zusammen sind das 40 Zahlenkarten und 16 Hofkarten, dazu kommen die 22 Großen Arkana.
Wie viele Karten hat ein Tarot?
Ein vollständiges Tarot-Deck besteht aus 78 Karten. Das gilt für das Tarot de Marseille genauso wie für die englisch geprägten Decks, die heute am weitesten verbreitet sind. Wenn du also bei deinem Deck auf 78 kommst, fehlt nichts.
So teilen sich die 78 Karten auf:
- 22 Große Arkana, nummeriert von 0 bis XXI.
- 56 Kleine Arkana, aufgeteilt in vier Farben mit je 14 Karten.
- Innerhalb der Kleinen Arkana: 40 Zahlenkarten (Ass bis Zehn in jeder Farbe) und 16 Hofkarten (vier pro Farbe).
Eine einfache Eselsbrücke: 22 + 40 + 16 = 78. Jede einzelne Karte findest du mit ihrer Bedeutung in unserer Übersicht über alle 78 Tarotkarten.
Die 22 Großen Arkana im Überblick
Die Großen Arkana sind die Karten mit eigenem Namen und römischer Zahl. Sie stehen für die großen Themen: grundlegende Entscheidungen, Lebensabschnitte und Erfahrungen, die prägen. Um sie dir zu merken, hilft ein Bild: Der Narr (0) ist ein Reisender, der die übrigen 21 Karten in drei Etappen zu je sieben durchwandert:
- I bis VII, die Welt um dich herum: Der Magier, Die Hohepriesterin, Die Herrscherin, Der Herrscher, Der Hierophant, Die Liebenden und Der Wagen. Hier geht es darum, wer du bist, was du von anderen lernst und welche ersten Entscheidungen du triffst.
- VIII bis XIV, die innere Welt: Die Kraft, Der Eremit, Das Rad des Schicksals, Die Gerechtigkeit, Der Gehängte, Der Tod und Die Mäßigkeit. Das ist die Etappe des Nachdenkens, der neuen Blickwinkel und der Abschlüsse, die neue Türen öffnen.
- XV bis XXI, die große Verwandlung: Der Teufel, Der Turm, Der Stern, Der Mond, Die Sonne, Das Gericht und Die Welt. Hier begegnen dir Bindungen, Umbrüche, Hoffnung und am Ende das Gefühl, dass sich ein Kreis schließt.
Wenn in einer Legung mehrere Große Arkana auftauchen, lohnt sich ein genauer Blick: Sie machen nur 22 von 78 Karten aus, also gut jede vierte. Ihr gehäuftes Auftreten zeigt oft, dass es um etwas Wichtiges geht.
Die 56 Kleinen Arkana und die vier Farben
Die Kleinen Arkana beschreiben den Alltag: was du tust, fühlst, denkst und besitzt. Sie sind in vier Farben aufgeteilt, und jede gehört zu einem Element:
- Stäbe (Feuer): Energie, Tatendrang, Projekte und Kreativität. Den Anfang macht das Ass der Stäbe.
- Kelche (Wasser): Gefühle, Liebe, Freundschaft und Intuition. Der Einstieg ist das Ass der Kelche.
- Schwerter (Luft): Gedanken, Worte, Entscheidungen und Konflikte. Starte mit dem Ass der Schwerter.
- Münzen (Erde): Geld, Arbeit, Körper und alles Greifbare. Alles beginnt mit dem Ass der Münzen.
Ein schneller Trick: Wenn eine Farbe in einer Legung überwiegt, hast du schon einen Hinweis auf das Thema. Viele Kelche deuten auf etwas Emotionales, viele Schwerter auf ein Gedankenkarussell, viele Münzen auf eine praktische Frage und viele Stäbe auf einen Wunsch, der nach Taten verlangt.
Die Zahlenkarten: vom Ass bis zur Zehn
Jede Farbe hat zehn Zahlenkarten. Die Zahl zeigt, an welchem Punkt eines Prozesses du stehst, und die Farbe, in welchem Lebensbereich er sich abspielt. Grob gesagt:
- Ass: ein Samenkorn, ein reiner Anfang.
- Zwei: eine Wahl oder eine Begegnung.
- Drei: Wachstum und erste Ergebnisse.
- Vier: Stabilität und Ruhe.
- Fünf: Spannung oder eine Prüfung, die es zu meistern gilt.
- Sechs: Harmonie, die zurückkehrt.
- Sieben: Bilanz ziehen und eine Strategie wählen.
- Acht: Bewegung und Einsatz.
- Neun: das Ziel ist fast erreicht.
- Zehn: ein Zyklus, der sich vollendet.
Mit diesem Schlüssel erahnst du viele Karten, ohne sie auswendig zu lernen: Die Zehn der Kelche steht für emotionale Erfüllung, die Fünf der Münzen dagegen für eine materiell knappe Phase, in der es hilft, um Unterstützung zu bitten.
Die 16 Hofkarten
Jede Farbe endet mit vier Hofkarten. Sie können für einen Menschen in deinem Umfeld stehen, für eine Haltung, die du gerade einnimmst, oder für die Reife, mit der du diesem Thema begegnest:
- Bube: der Lernende, Neugier und Nachrichten. Der Bube der Kelche etwa bringt ein neues Gefühl oder eine liebevolle Nachricht.
- Ritter: Handlung und Bewegung auf ein Ziel zu, wie der Schwung des Ritters der Stäbe.
- Königin: die innere Meisterschaft über das Element, mit Fürsorge, Intuition und Urteilsvermögen, wie die Klarheit der Königin der Schwerter.
- König: die äußere Meisterschaft, mit Verantwortung, Autorität und Erfahrung, wie die Beständigkeit des Königs der Münzen.
Je nach Deck heißen die Figuren anders: Der Bube wird manchmal zum Pagen oder zur Prinzessin, der Ritter zum Prinzen. An der Zahl ändert das nichts: vier Hofkarten pro Farbe, sechzehn insgesamt.
Haben alle Tarot-Decks 78 Karten?
Die traditionellen Tarot-Decks schon. Was sich von Deck zu Deck ändert, sind der Stil und ein kleines Detail in der Reihenfolge:
- Tarot de Marseille: 78 Karten. Die Zahlenkarten zeigen meist nur die Symbole der Farbe, ohne Szenen, und die Karte XIII trägt oft keinen Namen.
- Englisch geprägte Decks (die Rider-Waite-Smith-Tradition und die vielen Decks, die darauf aufbauen): 78 Karten, mit illustrierten Szenen auch auf den Kleinen Arkana. Hier ist Die Kraft die VIII und Die Gerechtigkeit die XI; im Tarot de Marseille ist es umgekehrt. Cardaluna folgt dieser Reihenfolge.
- Moderne Künstlerdecks: Fast alle bleiben bei 78 Karten, manche legen aber eine Bonus- oder Blankokarte bei, die nicht zum klassischen Tarot gehört.
Vorsicht vor Verwechslungen: Ein Skatblatt hat 32 Karten, das Lenormand 36, und das österreichische Tarock-Kartenspiel kommt mit 54 aus. Orakelkarten können jede beliebige Anzahl haben. Schön und nützlich, aber kein Tarot.
Brauchst du zum Einstieg alle 78 Karten?
Du musst nicht alle Karten vom ersten Tag an beherrschen. Es gibt zwei einfache Wege:
- Nur mit den 22 Großen Arkana beginnen. Es sind weniger, ihre Bilder prägen sich schnell ein und sie geben Antworten auf die großen Fragen. Ideal für die ersten Wochen.
- Von Anfang an mit dem ganzen Deck arbeiten und dich bei den Kleinen Arkana an Farbe und Zahl orientieren, so wie du es gerade gesehen hast.
Wofür du dich auch entscheidest, geh Schritt für Schritt vor: Zieh jeden Morgen deine Tageskarte, probier die Legung Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, wenn du sehen willst, wie sich etwas entwickelt, und heb dir das Ja-Nein-Orakel für kleine, konkrete Fragen auf. Und denk daran: Tarot ist ein Werkzeug zum Nachdenken, keine feststehende Vorhersage.
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Achtundsiebzig Karten wirken auf den ersten Blick viel. Sobald du aber verstehst, wie sie geordnet sind, wird das Deck vom Rätsel zu einer Sprache, die du in deinem eigenen Tempo lernen kannst.
Häufige Fragen
Wie viele Karten hat ein Tarot-Deck?
Ein vollständiges Tarot-Deck hat 78 Karten: 22 Große Arkana und 56 Kleine Arkana. Die Kleinen Arkana sind in vier Farben mit je 14 Karten aufgeteilt, jeweils zehn Zahlenkarten und vier Hofkarten.
Wie viele Große und Kleine Arkana gibt es?
Es gibt 22 Große Arkana, von 0 (Der Narr) bis XXI (Die Welt), und 56 Kleine Arkana, verteilt auf Stäbe, Kelche, Schwerter und Münzen.
Was ist der Unterschied zwischen Großen und Kleinen Arkana?
Die Großen Arkana erzählen von den großen Lebensphasen und Lektionen, die Kleinen Arkana von alltäglichen Situationen: was du tust, fühlst, denkst und besitzt. In einer Legung geben die Großen Arkana das Grundthema vor, die Kleinen liefern die Details.
Hat das Tarot de Marseille dieselben Karten?
Ja, auch dort sind es 78 Karten. Anders ist der Stil: Die Zahlenkarten zeigen meist nur die Symbole der Farbe, und Die Kraft und Die Gerechtigkeit tauschen im Vergleich zu englisch geprägten Decks ihre Nummer.
Kann man Tarot nur mit den Großen Arkana legen?
Ja. Viele fangen so an, weil es nur 22 Karten sind und sie Antworten auf die großen Fragen geben. Wenn du dich sicher fühlst, kannst du die 56 Kleinen Arkana dazunehmen, um mehr Details zu bekommen.
Was tun, wenn in meinem Deck eine Karte fehlt?
Für vollständige Legungen ist es am einfachsten, ein anderes, komplettes Deck zu nehmen. Fehlt eine Karte der Kleinen Arkana, kannst du das Deck weiter nur mit den 22 Großen Arkana nutzen oder es als Erinnerung aufbewahren.